Ich male seit 10 Jahren im Lions Malstudio, einem ehrenamtlich geführten, gemeinnützigen Malverein für Menschen ab 50 Jahre. Seitdem ich im Ruhestand bin, engagiere ich mich in meinem Malverein. Begonnen habe ich beim Passepartout schneiden. Dabei wurde ich angesprochen, ob ich nicht im Vorstand mitarbeiten wolle. Als Schriftführerin habe ich mich in die Belange des Vereins eingearbeitet. Vor 2 Jahren wurde ich 2. Vorsitzende und seit 1 Jahr bin ich die 1. Vorsitzende.
Ich engagiere mich im Ehrenamt, weil ich unseren Verein liebe und es genieße, in der Gemeinschaft zu malen, zu diskutieren und gemeinsam um die Kunst zu ringen. Die künstlerische Weiterentwicklung bereitet mir schlichtweg Freude, weshalb ich noch lange in unserem Verein aktiv sein möchte und darauf hoffe, dass sich auch in Zukunft Menschen finden, die sich mit Herzblut um unsere Belange kümmern. Diese Tätigkeit hält mich zudem geistig fit, da ich viel Neues gelernt habe, mit dem ich früher nie in Berührung gekommen wäre. So konnte ich in diesem Jahr, basierend auf meinen Erfahrungen aus unseren Jahresausstellungen, eine eigene Ausstellung organisieren. Dabei stehe ich mit vielen Menschen im Austausch, lerne Stiftungen, Kunstinteressierte sowie Politikgrößen kennen und knüpfe gemeinsam mit meinen Vorstandsfrauen wertvolle Verbindungen.
Darüber hinaus treibt mich der Glaube an, dass diese Arbeit vielen Menschen eine tiefe Freude bringt. Neben dem eigentlichen Malen ist die Geselligkeit ein zentraler Pfeiler unseres Vereinslebens; in den festen Gruppen kennen sich die Teilnehmenden oft schon seit Jahrzehnten und jeder blickt voller Vorfreude auf die nächste Woche. Unser ältestes Mitglied ist bereits 91 Jahre alt, und viele malen schon über 20 Jahre bei uns, was zeigt, wie sehr diese Gemeinschaft gegen Einsamkeit hilft. Durch die von mir organisierten Workshops, unsere gemeinsamen Ausstellungsbesuche und Weihnachtsfeiern fördern wir zudem das Kennenlernen über die einzelnen Gruppen hinaus. Da ich in meinem Leben schon immer Verantwortung übernommen habe, tue ich dies auch heute noch gern, wobei mein Engagement allerdings nur so lange besteht, wie ich mich wertgeschätzt fühle und nicht den Eindruck gewinne, ausgenutzt zu werden.